MORO Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen Räumen

Im Rahmen des Modellvorhabens Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen Räumen sollten vom demografischen Wandel besonders betroffene Regionen inno­vative Konzepte erarbeiten, mit denen in Zukunft sowohl die Daseinsvorsorge und Nahversorgung als auch die Mobilität gewährleistet werden können.

Schwerpunkte des Modellvorhabens waren

  1. die Sicherung der Versorgung mit Hilfe detaillierter Informationen, wie der Erhebung der Infrastruktur, einer kleinräumigen Bevölkerungsprognose, der Bestimmung von Versorgungszentren und der Abgrenzung von Kooperationsräumen
  2. die Sicherung der Erreichbarkeit wichtiger Daseinsvorsorgeeinrichtungen insbesondere durch Ansätze zur Flächenerschließung hin zu den Hauptachsen des ÖPNV

Dabei sollten verkehrsplanerische Ansätze und die Standortplanung von Versorgungseinrichtungen mit dem Ziel zusammengeführt werden, die Angebote der Daseinsvorsorge mittel- bis langfristig an räumlich möglichst günstigen Standorten zu bündeln, um deren wirtschaftliche Tragfähigkeit und Erreichbarkeit langfristig sicherzustellen. Die Mobilitätsbedarfe von Bevölkerungsgruppen ohne eigenen Pkw sollten möglichst bedarfsgerecht berücksichtigt werden.

Von insgesamt 91 teilnahmeberechtigten Landkreisen wurden 18 Regionen ausgewählt. In Hessen wurde der Vogelsbergkreis ausgewählt. Das Modellvorhaben startete im Januar 2016 und wurde mit der Abschlussveranstaltung am 11. September 2018 im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat abgeschlossen. Die Ergebnisse fließen in die Kommission der Bundesregierung „gleichwertige Lebensverhältnisse“ ein, die im September 2018 ihre Arbeit aufnahm.

Der Vogelsbergkreis hat im Rahmen des Projektes ein kreisweites Kooperationsraumkonzept mit einem Netz aus Versorgungszentren und –kernen erstellt. Bezüglich der Erreichbarkeit wurde festgestellt, dass ein gutes ÖPNV-Netz mit einem annehmbaren Takt vorhanden ist, das aber vor allem bei Senioren zu wenig bekannt ist und besser vermittelt werden muss. Die Mobilitätsbedürfnisse von Jugendlichen, Schülern und Auszubildenden wurden besonders untersucht; das bestehende Angebot mit ALT und AST wurde aufgrund der langen Vorlaufzeiten als zu wenig attraktiv bewertet. Hierfür wurde als neue Mobilitätslösung in der Stadt Romrod das Produkt Fairfahrt, quasi eine digitalisierte Mitfahrbank, mit einem Technikspezialisten entwickelt. Ziele, Vorgehen und Ergebnisse des Modellvorhabens im Vogelsbergkreis sind im Regionsdossier dargestellt.

Weitere Informationen zum Modellvorhaben sind auf der Internetseite des Vogelsbergkreises erhältlich: https://www.vogelsbergkreis.de/kreisverwaltung/aemter/amt-fuer-wirtschaft-und-den-laendlichen-raum/amt-fuer-wirtschaft-und-den-laendlichen-raum/dorf-und-regionalentwicklung/bmvi-modellvorhaben.html

Informationen zu Fairfahrt sind unter folgendem Link abrufbar: https://fairfahrt.de/

Das Modellvorhaben wurde im Rahmen des Praxisforums der Servicestelle Vitale Orte 2030 „Mobilität im ländlichen Raum – nachhaltig, vielfältig und verknüpft“ zusammen mit weiteren Handlungsansätzen zur Unterstützung des ÖPNV im ländlichen Raum am 8. November 2017 in Gießen allen interessierten Akteuren in Hessen vorgestellt. Informationen sowie Vorträge zum Praxisforum erhalten Sie auf der Internetseite der Servicestelle Vitale Orte 2030: https://vitale-orte.hessen-nachhaltig.de/de/mobilitaet.html

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