Interreg EUROPE 2021 - 2027

Ziele und geografischer Geltungsbereich

Ziel von Interreg Europe ist der Austausch von Erfahrungen und innovativen Verfahrensweisen in ganz Europa zur Verbesserung der Regionalpolitik. Zentrale Zielgruppen sind nationale, regionale und lokale Behörden und weitere Institutionen des öffentlichen Rechts, z.B. Regierungspräsidien, Landkreise, Städte und Kommunen, Wirtschaftsförderungsgesellschaften, Regionalentwicklungsagenturen u.a. Im Focus steht das Lernen von anderen Regionen zur Verbesserung regionaler Politikinstrumente, wie der Verbesserung von Förderprogrammen, der Aufstellung von Maßnahmenplänen und Strategien oder der Anpassung von Gesetzen und Richtlinien. Ein zentrales Ziel ist der Wissensaufbau bei öffentlichen Behörden und Institutionen zur Erhöhung der Effektivität regionaler und lokaler Politikinstrumente, um Europa innovativer, nachhaltiger und integrativer zu gestalten und damit die Lebensqualität für alle Einwohner zu verbessern.

Das Programmgebiet umfasst das gesamte Territorium der Europäischen Union mit den 27 Mitgliedstaaten sowie zusätzlich Norwegen und die Schweiz.

Instrumente und Themenfelder

Für das Programm Interreg Europe stehen Mittel in Höhe von 379 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Im Rahmen des Programms werden zwei Arten von Maßnahmen finanziert:

  • Interregionale Kooperationsprojekte - Interregional cooperation projects
  • Policy Learning Plattform - Policy Learning Platform

Rund 90% der Programmmittel sind zur Förderung der interregionalen Kooperationsprojekte vorgesehen. Die weiteren Programmmittel werden zur Finanzierung der von der Policy Learning Plattform angebotenen Dienstleistungen und für die technische Unterstützung bei der Umsetzung des Programms eingesetzt.

Das Programm fördert Kooperationsprojekte und das Policy Learning in folgenden sechs Themenfeldern:

1. Smarter Europe
Forschung und Innovation
Digitalisierung
Wettbewerbsfähigkeit von KMU
S3, Industrie und Unternehmertum
Digitale Konnektivität

2. Greener Europe
Energie-Effizienz
Erneuerbare Energien
Intelligente Energiesysteme
Klimawandel
Wassermanagement
Kreislaufwirtschaft
Umwelt und biologische Vielfalt
Kohlenstofffreie urbane Mobilität

3. More connected Europe
Nachhaltiges Verkehrsnetz TEN-V
Nachhaltige Mobilität

4. More social Europe
Bildung
Soziale Inklusion
Integration von Drittstaatenangehörigen
Gesundheitsfürsorge
Kultur und nachhaltiger Tourismus

5. Europe closer to the citizens
Integrierte Stadtentwicklung
Integrierte Siedlungsentwicklung außerhalb der Städte

6. Better regional governance
Politische Steuerung

Antrags- und Teilnahmeberechtigte

Öffentliche Behörden

  • nationale, regionale und lokale öffentliche Behörden
  • weitere Stellen, die für die Ausarbeitung und/oder Umsetzung der regionalen Entwicklungspolitik zuständig sind
  • Behörden, die für die Entwicklung und/oder Umsetzung der Programme "Investitionen in Beschäftigung und Wachstum" zuständig sind

Für die regionale Entwicklungspolitik relevante Organisationen

  • Organisationen zur Unterstützung von Unternehmen (Entwicklungsagenturen, Innovationsagenturen, Handelskammern, Cluster usw.)
  • Umweltorganisationen (Umweltagenturen, Energieagenturen, NGOs usw.)
  • Bildungs- und Forschungseinrichtungen (Universitäten, Forschungszentren, usw.)

(die Liste ist nicht abschließend)

Interregionale Kooperationsprojekte / Calls

Im Rahmen von Projektaufrufen (Calls) haben Antragsberechtigte / Projektpartner die Möglichkeit, Projektanträge einzureichen und sich um Programmmittel zu bewerben.

Der erste Projektaufruf für die Förderperiode 2021 - 2027 wurde auf der Website des Programms veröffentlicht.

Der 1. Call ist vom 5. April bis zum 31. Mai 2022 geöffnet.

Am 5. April 2022, 10:00-16:00 Uhr, findet die Vernetzungskonferenz Europe, let´s cooperate! online statt. Vorgesehen sind u.a.:

  • Einblicke und Informationen zum Förderaufruf und zum neuen Programm
  • Möglichkeit zum Netzwerken um neue Kontakte zu knüpfen und Projektpartnerschaften zu vervollständigen
  • Tipps und Inspiration für die Erstellung eines erfolgreichen Projektantrages

Anmeldung: www.interregeurope.eu/news-and-events/news/europe-lets-cooperate-2022

Weitere Informationen: www.interregeurope.eu/about-us/2021-2027/

Die Informationsveranstaltung richtet sich sowohl an erfahrene Interreg-Akteure als auch explizit an Newcomer. Im Vorfeld der Konferenz besteht die Möglichkeit sich auf der Interreg Europe Plattform zu registrieren und sich über Projektansätze zu informieren oder auch Partner für eigene Projektideen zu suchen.

Das Antragsverfahren ist einstufig. Die Projektauswahlentscheidung ist für Ende 2022 geplant; der Start für die ausgewählten Projekte für Anfang 2023 (vorläufige Timeline!).

Antragsunterlagen* für Projektanträge, wie die Ausschreibung, das Bewerbungsformular und das Programmhandbuch stehen auf der Programmwebsite als Download zur Verfügung.

www.interregeurope.eu/about-us/2021-2027/

Anmerk.: * Die Unterlagen wurden als Entwurf eingestellt, da die Genehmigung des neuen Programms Interreg Europe 2021 - 2027 von der EU-Kommission noch nicht vorliegt; die Genehmigung wird im Mai 2022 erwartet.

Bei interregionalen Kooperationsprojekten arbeiten i.d.R. sechs bis zehn öffentliche Akteure und Behörden aus verschiedenen Regionen Europas gemeinsam in Projekten mit regionalpolitischen Aufgabenstellungen zusammen. Ein Partner übernimmt die Funktion des Leadpartners und koordiniert den Projektantrag, stellt die Partnerschaft zusammen und ist – bei erfolgreicher Bewerbung - für die Projektdurchführung verantwortlich.

Die Themenvielfalt für Projektanträge wurde in der Förderperiode 2021 - 2027 im Vergleich zur Förderperiode 2014 - 2020 deutlich ausgeweitet. 80% der für Kooperationsprojekte eingeplanten Fördermittel sollen für Projekte in den Bereichen Smarter Europe, Greener Europe und More social Europe eingesetzt werden. Wichtig für einen erfolgreichen Projektantrag ist ein innovativer Projektansatz; die Projektanträge müssen über die in der Förderperiode 2014 - 2020 erzielten Ergebnisse und Erkenntnisse hinausgehen. Informationen zu bereits geförderten Projektanträgen sind eingestellt unter: www.interregeurope.eu/search-approved-projects

Hauptzielgruppe bei den Antrags- und Teilnahmeberechtigten sind die für die Politikinstrumente verantwortlichen öffentlichen Stellen wie Ministerien, Regierungsbezirke oder Landkreise, Städte und Kommunen sowie weitere für regionale Entwicklungspolitik zuständige Stellen. Weitere Zielgruppe sind die für die Regionalentwicklungspolitik relevanten Akteure, wie z.B. Organisationen zur Unterstützung von Unternehmen, Umweltorganisationen, Bildungs- und Forschungsinstitute und Universitäten; diese müssen, wenn sie nicht selbst für das Politikinstrument verantwortlich sind, die verantwortlichen Stellen mit in die Projektbewerbung einbinden.

Interreg Europe strebt bei der interregionalen Zusammenarbeit eine Beteiligung von Partnern aus unterschiedlichen Teilen Europas an. Dazu wurde das Programmgebiet in vier geografische Gebiete – North, East, South und West – eingeteilt; Deutschland zählt zu North. Bei einem Projektantrag müssen alle vier Gebiete mit mindestens einem Projektpartner vertreten sein.

Förderfähig sind Personal-, Veranstaltungs- und Reisekosten, externe Expertisen und Ausrüstungskosten. Weiterhin sind Pilotmaßnahmen förderfähig; diese sind in der Förderperiode 2021 - 2027 bereits mit Projektbeginn förderfähig. Die Förderquote beträgt 80 % bei nationalen, regionalen oder lokalen Behörden sowie anderen Institutionen des öffentlichen Rechts und 70 % bei privaten gemeinnützigen Einrichtungen.

Die Projekte sind aufgeteilt in eine Core-Phase (max. 3 Jahre) und eine Follow-UP-Phase (1 Jahr). In der Core-Phase steht der Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt des Projektes. Die beteiligten Partner identifizieren und diskutieren gemeinsame Herausforderungen, präsentieren regionale „Good practice“-Beispiele, vergleichen ihre bereits angewendeten Politikinstrumente (Strategien, Richtlinien, Operationelle Programme etc.) und verbessern diese, entwickeln neue Verfahrensweisen u.a. In der Follow-UP-Phase ist das Monitoring der Ergebnisse vorgesehen.

Die Projektbeschreibungen von geförderten Kooperationsprojekten mit hessischen Partnern geben praktische Beispiele zum Projektaufbau und -ablauf: landesplanung.hessen.de/informationen/etz-interreg/interreg-europe/interregionale-kooperationsprojekte

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